Soforthilfe für Lehrer in Uganda – COVID – 19 erreicht Uganda

Das Virus rückt immer näher

Schon vor einigen Tagen wurden die ersten Corona – Fälle in den Nachbarländern Ugandas bekannt. Die Demokratische Republik Kongo und Ruanda verzeichneten mehrere COVID Erkrankte. In Uganda waren zu dieser Zeit noch keine Fälle bekannt.

Am 21. März erhielten wir eine erschütternde Nachricht: Der erste COVID – 19 Fall war bestätigt. Ein Passagier einer Ethiopian Airline aus Dubai fiel in Entebbe am Flughafen bei einem Temperatur – Screening auf. Der Passagier hatte Fieber. Alle, die mit diesem Flugzeug gereist sind wurden unter Quarantäne gestellt – bis jetzt sind 9 weitere Passagiere positiv auf COVID – 19 getestet worden. 

Uganda reagiert heftig

Obwohl Uganda noch sehr wenige Corona – Patienten verzeichnete reagierte die Regierung sehr schnell. “Wir kennen solche kritischen Situationen aus der Vergangenheit: Ebola, Marburg – Virus, das Kopfnicksyndrom – wir wissen, welche schwerwiegenden Folgen eine Epidemie für unser Land haben kann.”, meint Ronald. Die Regierung reagierte schon am Tag, nachdem das Flugzeug landete. Uganda schloss die Grenzen zu den angrenzenden Ländern und gleich darauf alle Schulen und Universitäten. 

Ab gestern ist nun auch der Public Transport gestrichen. Es dürfen keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr auf den Straßen kursieren. Auch Boda Boda Fahrern ist es verboten, noch Kunden anzunehmen. Somit fällt für viele Menschen der Job weg. Finanzielle Unterstützung vom Staat gibt es nicht.

“Es werden mindestens so viele Menschen am Hunger sterben als am Virus selbst”

sagte Ronald in einem Telefonat. Die Menschen in Uganda leben oft von Gelegenheitsjobs und verdienen mit diesen ihr täglich Brot. Es gibt nur wenige, die sich über die Jahre ein wenig Geld ansparen konnten. Dazu kommt, dass ein wesentlicher Grund für Ugander ihre Kinder in die Schule zu schicken die Nahrungsversorgung der Kinder an der Schule ist. Die Schulspeisung ist für viele Kinder meist die einzige Mahlzeit des Tages. Diese Versorgung entfällt nun, was es für die Familien schwierig macht, alle Mitglieder zu ernähren. 

Negative Auswirkungen auf die Schullaufbahn vieler Kinder

Befürchtet wird, dass viele Kinder nach dieser Epidemie nicht mehr zur Schule kommen werden. Viele Familien werden die Situation finanziell nicht tragen können, wodurch auch kein Geld für Schulmaterialien bzw. Schulgeld im Allgemeinen übrig sein wird. Die Kinder werden zuhause am Feld oder im Haus mehr gebraucht denn je.

Die Lehrer*innen der Emmanuel High School brauchten schnelle Hilfe

Schon vor der COVID – 19 Epidemie hatte die Emmanuel High School hart zu kämpfen. Die Latrinen der Schule fielen in sich zusammen, weshalb schnell für eine Lösung gesorgt werden musste. Die Schule hatte jedoch nicht die finanziellen Mittel um die Baukosten zu tragen. Deshalb verzichteten die Lehrer*innen auf ihre Monatsgehälter – unwissend, dass eine Krise unmittelbar bevorstand. 

Die Lehrer*innen hatten aufgrund dessen kein Geld um die Zeit, in der sie nicht arbeiten werden können, zu überbrücken. “Die Lehrer*innen werden hungern! Wir machen uns große Sorgen um ihre Gesundheit und die, ihrer Familien!”, sagte mir die Direktorin Rittah verzweifelt. 

Omutima reagiert mit einem Notfallplan

Wir mussten uns etwas überlegen. Und zwar schnell, bevor Uganda ebenfalls eine Ausgangssperre verhängen wird. Deshalb beriet sich das Omutima Team und kam zum Entschluss, dem Personal der Schule über diese schwierige Zeit hinwegzuhelfen. Wir beschlossen jedem der 13 Lehrer*innen, inklusive der Direktorin, jeweils 100.000 UGX zukommen zu lassen. Das sind umgerechnet ca. 25€ pro Person. Dieses Geld sollte laut Ronald dafür ausreichen, dass die Lehrer*innen samt Familien die nächsten 3 Wochen finanziell gut versorgt sind.

Jetzt gilt es abzuwarten und zu hoffen, dass Uganda diese Pandemie so unversehrt wie möglich übersteht. Wir beobachten die Situation jeden Tag und werden Sie am laufenden halten.